Zum Glück - Projekt für Jugendliche

Das vom Institut für angewandte Kulturforschung (IFAK) in Kooperation mit dem Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB), der Wildnisschule Wildniswissen und dem NLQ durchgeführte Projekt ‚Zum Glück‘ richtete sich an Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangstufe 7 und bot ihnen die Möglichkeit sich im Rahmen von Schul-AGs, Lerncamps und selbstorganisierten Projekten mit der Frage nach Glück und einem Guten Leben auseinanderzusetzen. Es vereinte Themen und Methoden des Globalen Lernens mit Elementen aus der Wildnispädagogik und der Initiatischen Prozessbegleitung (Selbsterfahrung im Spiegel der Natur). 

Das Projekt fand parallel an drei Partnerschulen im Raum Göttingen und Hannover statt (mit einer Haupt- und Realschule, einer Integrierten Gesamtschule und einem Gymnasium. Der Frage nach Glück und einem Guten Leben nähern sich die Teilnehmer_innen aus drei verschiedenen Perspektiven.

  • Aus einer ganz persönlichen mit der Frage: Was brauche ich selbst für ein gutes Leben? (Initiatische Prozessbegleitung)
  • Aus einer gesamtgesellschaftlichen: Wie können wir alle gut zusammen leben? (Globales Lernen)
  • Aus einem direkten Bezug zur Natur: Wie können wir verantwortlich in und mit der Natur leben? (Wildnispädagogik)

Die Schul-AGs bereiteten die Jugendlichen auf Lerncamps vor, welche die darin bearbeiteten Themen vertieften. In den einwöchigen Lerncamps erfuhren die Schülerinnen und Schüler ganz praktisch die enge Beziehung zwischen sich und der Natur aber auch innerhalb der Camp-Gemeinschaft. Diese Zeit der (Selbst-) Erfahrung sollte aber auch dazu dienen, Anregungen für eigene Lernprojekte zu sammeln oder "weiterzuspinnen". In der zweiten Phase der Schul-AGs lernten die Jugendlichen alternative Lebens- und Wirtschaftsformen (z. B. solidarische Landwirtschaft, Repair-Café, Initiativen der Transition Town etc.) kennen, die sie für die eigenen Lernprojekte inspirieren konnten. Abgeschlossen wurde das Projekt mit einem großen Abschlusscamp, an dem die Schülerinnen und Schüler aller Partnerschulen sowie Vertreterinnen und Vertreter einer indigenen Gemeinschaft teilnahmen. Die Schüler_innen lernten im persönlichen Kontakt mit Menschen aus einem anderen kulturellen Kontext ihnen bis dahin möglicherweise völlig unbekannte Formen des (Zusammen-)Lebens kennen. Durch den Einsatz vielfältiger Methoden und die Nutzung wechselnder Lernräume entstand eine ganzheitliche Form des Lernens.

Das Projekt ermöglichte den Jugendlichen, komplexe globale Zusammenhänge zu verstehen und sie mit ihrer eigenen Lebenswirklichkeit in Verbindung zu bringen. Die Nutzung der Natur als neuen Lernraum schaffte ein Bewusstsein für die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur, stärkte umweltbewusstes Handel und förderte somit die Idee der Nachhaltigkeit. Schließlich wurden die Teilnehmenden in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und erlangten Handlungskompetenzen um kommende (Lebens-) Krisen besser bewältigen zu können.

Letzte Änderung: 15.07.2020

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