Experimentieren

Experimente schaffen Klarheit - keine Frage. Doch nicht immer führen sie zu gültigen Aussagen.

Ein Beispiel:

Der Glucosenachweis mit Fehling-Reagenz überzeugt durch den gut zu beobachtenden Farbumschlag. Eine klare blaue Lösung wird bei Erwärmung mit Glucose zu einer undurchsichtigen gelbroten Flüssigkeit. Schlüssig wird der Nachweis jedoch erst durch das passende Kontrollexperiment. Wird nur das blaue Fehling-Reagenz ohne Glucose erwärmt, findet keine Farbveränderung statt. Fehlt dieser Kontrollversuch, so könnte der Farbwechsel auch allein durch die Erwärmung verursacht worden sein. Erst durch die Kontrolle ist also eine gültige Aussage möglich.

Naturwissenschaftliche Erkenntnisse beruhen auf jederzeit nachprüfbaren Experimenten, die durch geeignete Kontrollversuche abgesichert sind. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. So zum Beispiel zeigt die Beliebtheit der - wissenschaftlich haltlosen - Heilmethode Homöopathie, wie wenig naturwissenschaftlich vielfach gedacht wird. Im Unterricht kann die Gegenüberstellung des naturwissenschaftlichen Wegs der Erkenntnisgewinnung mit den nicht belegbaren Glaubenssätzen der Homöopathie dazu beitragen, den Aussagewert von Erkenntnissen kritisch zu hinterfragen. Allerlei Wundermittel, Wünschelruten und homöopathische Mittel entlarven sich durch fehlende Kontrollansätze.

Naturwissenschaftliches Denken hilft den Schülerinnen und Schülern daher auch, sich in einer immer unübersichtlicheren Welt zurechtzufinden.

  

 

Prozessbezogene  Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler…

  • entwickeln Hypothesen, planen Experimente, führen diese durch und werten sie hypothesenbezogen aus.
  • diskutieren Fehlerquellen bei Experimenten (fehlender Kontrollansatz).

Quelle: Kerncurriculum für die Qualifikationsstufe in Niedersachsen 

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